Direkt zum Inhalt

Queere Gesundheitsversorgung Nach der Einführung der Homo-Ehe geht Thailands Regierung erneut auf die Community zu

Von ms - 30.01.2025 - 15:00 Uhr
Queere Gesundheitsversorgung
Foto: iStock / Chalffy
ANZEIGE
Loading audio player...

Vor wenigen Tagen erst feierte Thailand die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe im Land, nun hat das Gesundheitsministerium ein Anliegen der queeren Community vorangetrieben: Das Angebot an kostenlosen Gesundheitsdienstleistungen für thailändische Bürger wurde jetzt um die Hormonersatztherapie (HRT) erweitert.

Kostenlose Hormontherapie 

Umgerechnet mehr als 4,15 Millionen Euro hat das thailändische Gesundheitsministerium dem Nationalen Büro für Gesundheitssicherheit für die HRT nun nach Angaben der Bangkok Post zur Verfügung gestellt. Das Ministerium schätzt, dass mit diesen Mitteln der HRT-Bedarf von 200.000 trans* Menschen im Land gedeckt werden kann. Nach Angaben des Asia Pacific Transgender Network leben in Thailand über 300.000 trans* Personen. 

Der stellvertretende Regierungssprecher Anukool Pruksanusak betonte in diesem Zusammenhang, die Zuweisung sei eine direkte Unterstützung der Regierungspolitik zur Gleichstellung der Ehe und lege den Schwerpunkt auf die körperliche und geistige Gesundheit von Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtern. 

Vermeidung von Risiken 

Als weiteren Grund für die Zuweisung nannte er außerdem die wachsende Akzeptanz verschiedener Geschlechtsidentitäten und die Tatsache, dass trans* Personen auf eine Hormontherapie angewiesen sind, um ihr körperliches Erscheinungsbild an ihre Geschlechtsidentität anzugleichen. Die bisherige Selbstfinanzierung hindere einige trans* Menschen indes bisher daran, Zugang zu einer angemessenen Versorgung zu erhalten. Dies könne laut Pruksanusak zu gesundheitlichen Risiken führen. 

Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität und der sexuellen Orientierung ist in Thailand zwar bereits seit 2015 illegal, trotzdem gebe es aber bis heute laut Human Rights Watch „zahlreiche Hindernissen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Arbeit und Freizügigkeit“ für trans* Personen im ostasiatischen Land.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenFrankfurter Allgemeine ZeitungMit Hilfe von Leihmutter: Niederländischer Ministerpräsident und sein Verlobter bekommen ein BabyAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wende im Fall Meiwes

Vorerst keine Entlassung

Armin Meiwes bleibt in Haft. Sein Antrag ist zurückgezogen. Was über die Entscheidung bekannt ist und warum lebenslang nicht nach 15 Jahren endet.
Omas Antwort auf den Hass

„Liebe kennt keine Barrieren“

Nach der Hasswelle gegen Luca und Cristian meldet sich Lucas Oma Loretta zu Wort. Ihr Brief stellt das Glück ihrer Familie an erste Stelle.
Kreativer Widerstand

Zehnkämpfer zeigt Haut aus Protest

Frauenfeindliche sexistische Witze von US-Comedian Shane Gillis sorgen aktuell für viel Empörung. Zehnkämpfer Chase Lathrop antwortet kreativ und sexy
Sorge um queere Sichtbarkeit

Pride-Teams wollen Kräfte bündeln

Mehr als 100 CSD-Veranstalter trafen sich in Recklinghausen. Sie warnen vor Anfeindungen und wollen sich bundesweit stärker unterstützen.
Geheimnisse bei Heated Rivalry

Jacob Tierney erklärt Serienerfolg

Ein neues Buch zeigt, wie „Heated Rivalry“ entstand, welche Szenen gestrichen wurden und was die zweite Staffel vorbereitet.
Rob Jetten wird Vater

Premier erwartet erstes Kind

Niederlands Premierminister Rob Jetten und sein Partner Nicolás Keenan erwarten im Frühjahr 2027 ihr erstes Kind durch eine Leihmutter.
Neue Pornogesetze in England

Verbot von Fetisch-Darstellungen

Großbritannien verschärft das Pornografie-Strafrecht: Ab November werden bestimmte sexuelle Darstellungen im Bereich Fetisch und Rollenspiele verboten
Regenbogen spaltet Amsterdam

Streit um queere Sichtbarkeit

Ein geplanter Regenbogenweg in Amsterdam sorgt für Streit. Während Initiatoren ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen wollen, protestieren Anwohner.
Keine PrEP in der Schweiz?

Ende der Kassenleistung 2027

In der Schweiz ist die Kostenübernahme für die HIV-Schutzpille PrEP nur bis Ende 2026 gesichert. LGBTIQ+-Verbände warnen vor Rückschritten.